Alternativen – Kurzversion

Was ist überhaupt das Problem?

Gesamtenergiebedarf der Schweiz:

  • 232 TWh
  • Davon Strom: 63 TWh (ca. 1/4 der Gesamtenergiemenge)
  • 75% des Energiebedarfs wird heute durch Importe aus dem Ausland gedeckt.

Ein Viertel des Gesamtenergieverbrauchs wird also durch Strom erbracht.

Wegfall der Kernkraftwerke

Durch den beschlossenen Ausstieg aus der Kernkraft fehlen der Schweiz mittelfristig ca. 22 TWh Strom (ca. ein Drittel der inländischen Stromproduktion), sofern man den aktuellen Eigenversorgungsgrad beibehalten will. Dies soll gemäss Energiegesetz  (EnG) teilweise durch den Ausbau von erneuerbaren Energien (ohne Wasserkraft) auf 11’400 GWh kompensiert werden. Davon sollen 4’000 GWh durch Windkraft erfolgen.

Ersatz durch Windkraftanlagen – Machbarkeit

Sollten diese 4’000 GWh tatsächlich mit Windkraftanlagen produziert werden, so wären für dieses Ziel in der Schweiz 800 Windkraftanlagen zu bauen!

Da in der Schweiz der Wind schwach weht, müssen dazu gigantische Anlagen errichtet werden. Die dichtbesiedelte Schweiz mit ihrer weltbekannten Landschaft als Wald von 200m hohen Windkraftanlagen? Das soll eine ernsthafte Option sein?

Wenn wir die gesamte Produktion der Kernkraftwerke durch Windkraftanlagen ersetzen wollen, so benötigten wir 4’400 Windkraftanlagen. Spätestens jetzt stellen sich wohl bei Ihnen gewisse Zweifel ein, ob diese Technologie die richtige ist.

Alternativen – Unsere Sicht

Es ist sinnvoll, die Energiefrage im grossen Kontext anzuschauen – und die richtige Frage lautet aus unserer Sicht: Wo kann man mit dem kleinsten Aufwand den höchsten Nutzen erzielen? Bei der Beantwortung dieser Frage muss der Gesamtenergieverbrauch im Auge behalten werden – also nicht nur auf Strom fokussiert werden.

Bei der Umsetzung der Ziele muss zwingend der Mensch im Mittelpunkt stehen! Es müssen Lösungen angewandt werden, welche die Lebensqualität der Menschen nicht beeinträchtigen.

In folgenden Bereichen grosses Potential:

  • Ausbau der Wasserkraft im Rahmen der Möglichkeiten. Des weiteren sollten mehr Pumpspeicherkapazitäten aufgebaut werden, um den stochastisch anfallenden Strom aus Photovoltaik und Wind (v.a. aus dem Ausland) speichern zu können.
  • Stärkere Nutzung der Solarthermie – gemäss Studien des BFE lassen sich zwischen 30% und 60% des Wärmebedarfs der Wohngebäude dadurch decken.
  • Stärkere Nutzung der Photovoltaik: Gemäss Untersuchungen des VSE könnten bei einem Vollausbau bis zu 14 TWh Strom pro Jahr erzeugt werden.
  • Intensivierung der Energiesparbemühungen
  • Import von Strom aus erneuerbaren Quellen (dazu auch: Link).
  • Bau von Windkraftwerken an geeigneten Orten im Ausland: Aktuell sind im Ausland bereits Windkraftanlagen mit einer Energieerzeugung von 6.5TWh von Schweizer Stromerzeugern gebaut worden – mehr, als bis 2050 in der Schweiz geplant sind.
  • Geothermie: Trotz Rückschlägen: Der Grundgedanke ist bestechend: Emissionsfreie Bandenergie!
  • Biomasse: Im Appenzellerland ist Holz ein Energieträger mit Geschichte.