Offener Brief an den Kantonsrat des Kantons AR
Sehr geehrte Kantonsrätinnen und Kantonsräte
Die Energiezukunft unseres Kantons braucht Mut, Weitsicht – und die Bereitschaft zur Korrektur, wenn ein Plan den Realitäten nicht standhält. Der aktuelle Richtplan zur Windenergie fällt genau in diese Kategorie: unausgereift, unausgewogen und in dieser Form nicht tragbar.
Die Bevölkerung hat sich klar geäussert: Während der Ausbau der Photovoltaik breite Zustimmung findet, wurde der Abschnitt zur Windkraft im Richtplan mit über 80% abgelehnt, auch viele Gemeinden äusserten deutliche Kritik. Das ist kein Nebengeräusch, sondern ein deutlicher Weckruf. Wer diese Tatsache ignoriert und beabsichtigt, den Richtplan in allen wesentlichen Punkten unverändert durchzusetzen, riskiert eine Energiepolitik gegen die Bevölkerung – mit den bekannten Folgen: Widerstand, Blockade, Vertrauensverlust.
Die Ablehnung richtet sich nicht gegen erneuerbare Energien – im Gegenteil. Die Bereitschaft, in eine nachhaltige Energiezukunft zu investieren, ist vorhanden. Was fehlt, ist ein Plan, der technisch durchdacht, geografisch umsetzbar und demokratisch legitimiert ist. Der vorliegende Entwurf erfüllt keines dieser Kriterien.
Statt klarer Vorgaben enthält der Richtplan vage Absichtserklärungen: keine verbindlichen Abstände, Höhenbegrenzungen oder ein wirksames Mitspracherecht für Gemeinden. Während die Standorte faktisch schon festgelegt sind, wird der Bevölkerung suggeriert, es handle sich lediglich um „Eignungsgebiete“. Das ist nicht Transparenz, sondern eine Illusion von Beteiligung.
Die vorgeschlagenen Standorte liegen vielfach in bewohnten, kleinteiligen Gebieten, wo weder Lärmschutz noch Sicherheitsabstände eingehalten werden können. Das ist keine Planung, sondern Wunschdenken. Ein Plan, der in der Umsetzung zwangsläufig zu massiven Konflikten mit Anwohnern und betroffenen Gemeinden führt, ist untauglich.
Auch inhaltlich bleibt der Richtplan unzureichend: Zentrale Herausforderungen wie Netzstabilität, saisonale Schwankungen oder Speicherlösungen werden ausgeblendet. Windenergie kann – richtig eingesetzt – Teil der Lösung sein. Doch im Appenzellerland ist sie es im vorgesehenen Ausmass nicht – dies aufgrund der Kleinräumigkeit des Kantons mit Streusiedlung und des geringen Windpotenzials. Selbst windkraftfreundliche Akteure halten nur einen Bruchteil der ausgewiesenen Flächen für realistisch.
Deshalb braucht es jetzt Klarheit und Konsequenz:
- Der Richtplan muss zurückgewiesen werden.
- Die Eignungsgebiete sind vollständig neu zu beurteilen – basierend auf Fakten, nicht auf Wunschdenken. Unabhängige Windenergieexperten müssen ausgewogen neben den bisherigen Wind-Lobbyisten und direkten Windkraft-Profiteuren in den Richtplanüberarbeitungsprozess eingebunden werden.
- Bevölkerung und Gemeinden müssen verbindlich einbezogen werden – nicht nur „angehört“.
- Die Rahmenbedingungen für den Bau von Windkraftanlagen müssen von Beginn an klar definiert werden.
Die Chance, diese Fehlplanung zu stoppen, liegt in Ihrer Hand. Nutzen Sie sie. Die Energiewende braucht Zustimmung, nicht Zwang – und Planung mit Bodenhaftung statt überhasteter Symbolik.
Sie finden im Anhang eine Zusammenfassung der Kernargumente, ab Seite 3 werden diese Argumente detailliert hergeleitet.
Setzen Sie ein Zeichen für ehrliche, wirksame Energiepolitik. Stimmen Sie für die Rückweisung und geben Sie der Regierung einen klaren Auftrag.
Mit freundlichen Grüssen
PRO LANDSCHAFT AR/AI
Dino Duelli, Präsident
Frontal 2. September 2025 – Entsorgung von Windrädern
„Problemloses Recycling der Windkraftanlagen…?“
Strompreise in der Schweiz – interessanter Artikel im BLICK
Info-Anlass „Energiezukunft“ – Freitag, 12. September 2025
Offenbar findet bald ein Info-Anlass in Reute AR statt, an der auch die Appenzeller Wind AG teilnehmen wird. Es schadet sicher nicht, sich dort über die aktuellen Entwicklungen und Ansichten der Windparkpromotoren zu informieren.
Das bunte und sich in Teilen widersprechende Programm (Seite 1 passt nicht so recht zur Seite 2) sieht wie folgt aus:


Allenfalls werden die Widersprüche noch aufgelöst – Link auf die Fundstelle: https://www.ig-appenzeller-naturstrom.ch/
BWK beginnt Bau von Windpark – ohne Bewilligung!
Nationale Voksinitiativen eingereicht
Wir haben etwas erreicht, woran nur wenige geglaubt haben:
Für beide unserer eidgenössischen Volksinitiativen konnten jeweils mehr als 120’000 Unterschriften gesammelt werden – ein aussergewöhnlicher Erfolg!
Damit ist davon auszugehen, dass die Initiativen mit den erforderlichen 100’000 beglaubigten und gültigen Unterschriften zustande kommen.
Unser Dank gilt allen, die uns unterstützt haben.
Besonders hervorheben möchten wir die zahlreichen engagierten Menschen, die in den vergangenen Monaten mit beeindruckendem Einsatz und grosser Ausdauer unterwegs waren.
Herzlichen Dank!
Dino Duelli / Präsident
Jetzt nationale Initiativen unterschreiben!
PRO LANDSCHAFT AR/AI wehrt sich gemeinsam mit gleichgesinnten Vereinen weiterhin und unvermindert gegen die Zerstörung unseres Landes durch industrielle Windkraftanlagen.
Unser wichtigstes Mittel dazu sind jetzt die beiden Anfang 2024 lancierten Eidgenössischen Volksinitiativen:
- Gegen die Zerstörung unserer Wälder durch Windturbinen (Waldschutz-Initiative)
- Für den Schutz der direkten Demokratie bei Windparks (Gemeindeschutz-Initiative)
Die Waldschutz-Initiative fordert das Verbot von Windkraftanlagen im Wald und am Waldrand.
Die Gemeindeschutz-Initiative fordert, dass die betroffenen Gemeinden Windparks zustimmen müssen.
Bitte sammeln Sie so viele Unterschriften wie möglich! Besten Dank!
Bericht über Stromgesetz
SRF publiziert sehr eindrücklich, wie das Stromgesetz zustande gekommen ist.
https://www.srf.ch/play/tv/reporter/video/lobbying-im-bundeshaus—hinter-den-kulissen-der-schweizer-politik?urn=urn:srf:video:31768055-cbf1-485b-8216-b45b063bce6b
Verantwortlich ist dafür vor allem Fabienne Thomas, Lobbyistin der Allianz für Erneuerbare Energien AEE, die teils sehr gute Kontakte zu folgenden Akteuren pflegt:
- Bundesrat Albert Rösti und Frank Rutschmann (BFE)
- NR Priska Wismer-Felder, Mitte (Suisse Eole); NR Stefan Müller-Altermatt, Mitte; SR Othmar Reichmuth, Mitte
- NR Jürg Grossen, GLP; NR Roger Nordmann, SP; NR Bastien Girod, Grüne; NR Jon Pult, SP; NR Christine Badertscher, Grüne; NR Nadine Masshardt, SP (SES); Lisa Mazzone, Präsidentin Grüne
- NR Alois Huber, SVP; SR Jakob Stark (Axpo), SVP; mutmasslich auch zu den SVP-NR Martin Haab, Christian Imark, Katja Riem, Nicolas Kolly, Pierre-André Page, Ernst Wandfluh und SVP-SR Esther Friedli
- NR Susanne Vincenz Stauffacher (Wasserkraft), FDP; NR Jacqueline de Quattro, FDP
- Michael Fust, Lobbyist WWF & Umweltallianz; Nils Epprecht, Lobbyist SES
Sie schreibt und koordiniert mit all diesen Personen Reden, Vorstösse und Fragen in den UREK-Sitzungen und im Parlament, schmiedet Allianzen und sagt den Parlamentariern, was sie sagen und sogar abstimmen sollen. Alles bestens koordiniert mit dem BFE. Die ganze Kampagne für das Stromgesetz stammt aus der Feder des AEE.
Stellungnahme von PRO LANDSCHAFT AR/AI zur Richtplananpassung
Stellungnahme PRO LANDSCHAFT AR/AI
Frist: 26. April 2024: Nehmen Sie an der Vernehmlassung zur Richtplanung des Kanton AR teil
Sie finden alle nötigen Informationen hier.

Video – Sicht Rehetobel: Visualisierungen Windparks AR

Video – Sicht Vorder- und Mittelland: Visualisierungen Windparks AR

Das Referendum gegen den „Mantelerlass“ steht!
Das Referendumskomitee zum Mantelerlass hat gestern 63’184 beglaubigte Unterschriften bei der Bundeskanzlei in Bern eingereicht. Besten Dank für Ihre sehr geschätzte und tatkräftige Unterstützung!

Neuer Informationsflyer
Informieren Sie sich kurz und knapp über die geplanten Windkraftanlagen auf dem Höhenweg „Waldegg“
Informationsveranstaltung Teufen AR
Vortrag:
Berichterstattung in der Tüüfner Poscht
Geplante Windkraftanlagen im Appenzeller Vorder- und Mittelland

Eignungsgebiete Windkraft AR
Der Regierungsrat des Kanton AR hat die Karte mit den Eignungsgebieten für Windkraft veröffentlicht. Offenbar will die Regierung das Vorder- und Mittelland grossflächig in einen Energieerzeugungspark umwandeln. Noch im Regierungsprogramm 2020-2023 stand die Absicht, aus Appenzell Ausserrhoden den „bevorzugten Wohnkanton der Ostschweiz“ zu machen…

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